TT-Races


Bild "warning.jpg"   Motorsport can be dangerous - solche Schilder begegnen Einem auf der Isle of Man. Hier, wo man geradezu Motorsport-verrückt ist, wo Jung und Alt auf den Beinen ist und mit grossem Interesse die motorsportlichen Veranstaltungen verfolgt, allen voran die Isle of Man Tourist Trophy Races, kurz TT genannt.

Bild "TT-Infos:ttlogo1.gif"   Einige Helden hat sie hervorgebracht, große Namen wie Mike Hailwood, Giacomo Agostini, Joey Dunlop. Carl Fogarty ist hier gefahren, bis er in der Superbike-WM zum Hero wurde. Doch die meisten Fahrer der TT bleiben unbekannt. Namenlos, nur in Great Britain bekannt, riskieren sie für Ruhm und Ehre bei den TT-Rennen Kopf und Kragen.

   Als Zuschauer ist man direkt am Geschehen. In unmittelbarer Nähe der Rennstrecke kann man den Protagonisten des Spektakels zusehen, selbst der Zugang ins Fahrerlager ist jederzeit möglich. Niemand schottet sich hier ab, hier gibt es keine Bodyguards, alle Stars sind hier zum Anfassen.

Bild "TT-Infos:publiku1.jpg"   Überall gibt es Gelegenheiten, die Rennen zu verfolgen. Auf den mehr als sechzig Kilometern der Rennstrecke kann man von Tribünen aus dem Geschehen zusehen, in Kirchgärten auf Kirchenstühlen sitzen oder bei einem Glas Bier oder einer Tasse Tee auf der Terrasse eines Pubs die Rennen verfolgen. Es wird überall etwas zum Essen und Trinken angeboten, kurz: es fehlt einem an nichts, wenn, ja wenn das Wetter nicht wäre.

   Aber man wäre nicht auf der Isle of Man, wenn schlechtes Wetter irgend jemanden ernsthaft stören würde: Damp patches at Ballaugh, Mist in the mountains oder Rain at Sulby, solche Meldungen werden den Fahrern auf Tafeln an Start und Ziel bei der Abfahrt auf die Rennstrecke gezeigt. Solange es irgendwie fahrbar ist, wird ein Rennen gestartet und bis zum Ende durchgezogen. Und wenn wirklich mal ein Tag wettermässig derart in die Hose geht, dass verschoben werden muss, na dann wird eben verschoben und dann muss auch schon mal ein "Mad Sunday" dran glauben.

Bild "TT-Infos:publiku2.jpg"   Aber meistenteils ist es zu TT-Zeiten auf der Isle of Man schön, es scheint fast so, als ob die Rennleitung mit Petrus einen Vertrag geschlossen hätte, denn selbst bei mehreren Tagen Dauerregen (der hier im Mai/Juni nur selten vorkommt) ist es spätestens am ersten Renntag nicht nur trocken, sondern auch sonnig schön.

   Und dann geniesst man die Rennen in den verschiedenen Klassen. Früher waren das 125er, 250er, 400er, 600er Production-TT, Senior-TT, Formula 1, Sidecar, heutzutage ist das Superbike, Superstock, Supersport Lightweight und was es noch so alles gibt, seit einigen Jahren messen sich hier sogar Elektrobikes in der sog. "Zero-TT", wobei das Zero für Zero-Emissions, also null Schadstoffausstoß steht. Und diese klopfen inzwischen mit knapp 195 km/h Durchscnittsgeschwindigkeit ziemlich geräuschlos an der 200er-Marke.

Bild "TT-Infos:publiku3.jpg"   Volksfestartig strömen schon Stunden vor Rennbeginn motorsportbegeisterte TT-Fans an die Strecke, um sich die besten Plätze zu sichern. Alles scheint auf den Beinen zu sein, ein Heer von Ordnern, TT-Marshals genannt, sperrt die Strecke ab, zahllose Zuschauer säumen den Rundkurs und fiebern dem Start entgegen.

   Und dann ist es soweit. Der erste Fahrer saust vorbei. Ab jetzt kommt alle paar Sekunden ein Moppett vorbei, wird doch einzeln im Zehnsekundentakt gestartet. Jetzt ist die ganze Zeit was los, wobei sich die Abstände der Fahrer zueinander ständig verändern. Das kriegt man an der Strecke über Radio TT mit.

Bild "TT-Infos:publiku4.jpg"   Zum Ende des Rennens wird rund um den TT-Kurs dem in Führung liegenden Fahrer applaudiert, auch wenn er es nicht hören kann. Man feiert seine Helden.

   Der Grandstand bietet zum Abschluss noch ein Schmankerl: hier gibt es die Siegerehrung zu sehen. Honoratioren der Insel überreichen dem Sieger einen Pokal und werden zum Dank mit Champagner überschüttet. Und dann sieht man seinen Star, wieder zum Anfassen nah, den Jubel genießen und entschwinden. Ein Erlebnis!